Schweizer Offiziere rüsten sich für den Kampf

Einstimmigkeit prägte die Delegiertenversammlung der Schweizerischen Offiziersgesellschaft bei den offiziellen Traktanden und den anstehenden politischen Entscheidungen.

Die Zeichen stehen auf Sturm. Grund dafür sind nicht etwa Unstimmigkeiten innerhalb der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG), vielmehr sind es die anstehenden politischen Entscheide. So waren es an der Delegiertenversammlung der SOG in Thun auch nicht die offiziellen Traktanden, sondern vor allem die kommende Abstimmung über die Wehrpflicht-Initiative und die Wirren um die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugtyps, welche das grösste Zeitfenster einnahmen. Der Präsident, Brigadier Denis Froidevaux, liess sodann auch keine Zweifel über ihre existenziellen Auswirkungen auf die Schweizer Armee aufkommen. «Kein Staat kann es sich leisten, die Armee zum schwächsten Glied werden zu lassen», war seine klare Aussage. Schützenhilfe leisteten Raphael Lanz, Stadtpräsident von Thun, der Berner Regierungsrat Hans-Jurg Käser sowie der Chef der Armee, Korpskommandant André Blattmann.

Prägende Entscheide
Sein oder Nichtsein, diese Frage stellt sich für die Schweizer Armee nicht erst seit diesem Jahr. Mit der Abstimmung über die Wehrpflicht-Initiative oder auch abgeleitet «Abschaffungs-Initiative» genannt, wird im Herbst das Volk eine zumindest richtungsweisende Antwort auf diese Frage geben. «2013 ist für die Schweizer Armee ein Jahr, das uns Jahrzehnte prägen wird», ist sich Andr Blattmann sicher. So müssten sich die Entscheidungsträger klar werden, ob die Schweiz eine glaubwürdige Armee wolle, welche sich für die Sicherheit von Land und Leuten einsetze. In dieses Gesamtkonzept gehöre auch der Tiger-Teilersatz, bei welchem sich der Bundesrat für den schwedischen Gripen entschieden habe. «Die Diskussion um den Gripen muss uns eine Warnung sein», sensibilisierte der höchste Schweizer Militär die anwesenden Vertreter der Offiziersgesellschaften, «wir brauchen geschlossene Reihen, alleine können wir die bevorstehenden Herausforderungen nicht schaffen.» Die immer noch herrschenden Unruhen in den südlicheren Gefilden würden indes klarmachen, dass niemand sagen könne, was in zehn Jahren sein werde.

Wohlstand in Gefahr
Um eine Stabilisierung der Armee zeigte sich der ebenfalls anwesende Bundespräsident Ueli Maurer bemüht. Mit einem verbalen Seitenhieb in Richtung Ständerat sprach er von grossen Herausforderungen. «Wir sind in einer Zeit des Umbruchs», fasste Maurer zusammen Nicht nur die wirtschaftlichen Schwerpunkte würden sich global verlagern, sondern auch innerhalb der Armee seien Veränderungen unumgänglich, bei Waffensystemen und Flugplätzen. Zwar sprach Ueli Maurer die Artillerie nicht direkt an, jedoch war die Botschaft in Richtung von deren Abschaffung unmissverständlich. Letztendlich aber müsse sich die Politik überlegen, wie mit der Schweizer Armee weiter verfahren werden solle. Die Einsparungen aufseiten der Sicherheit würden sodann einen direkten negativen Einfluss auf den Wohlstand haben, ist sich Maurer sicher.

Christoph Merki

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