Starke Gemeinschaft als Grundlage für die Sicherheit
An der 219. Generalversammlung der KOG Schaffhausen wurde Hauptmann Steven Senn zum neuen Präsidenten gewählt und an die Verantwortung der Schweizer Bürgerinnen und Bürger appelliert.

Es war das Ende einer Ära. Nach fünf Jahren im Amt des Präsidenten der Kantonalen Offiziersgesellschaft Schaffhausen hat Major im Generalstab Philipp Zumbühl sein Amt abgegeben. Der Rücktritt erfolgte im Rahmen der diesjährigen Generalversammlung, würdig durchgeführt im Kantonsratssaal Schaffhausen. Bevor auf die statutarischen Geschäfte Bezug genommen wurde, überbrachte Grossstadtratspräsident Christoph Hak (GLP) die Grussbotschaft der Schaffhauser Politik. Er blickte in seiner kurzen Ansprache auf die globale geopolitische Lage und betonte die Wichtigkeit einer funktionierenden Armee. «Wohlstand und Freiheit soll eine Armee nicht schaffen, aber bewahren», meinte Hak. Dabei unterstrich er die seiner Meinung nach wichtigste Ressource, nämlich ein engagiertes und motiviertes Armeekader. «Ich fände es schön, wenn die Leute wieder stolz auf die Armee sein können», meinte Hak.
Schweiz als Knotenpunkt im Visier
Den Blick in die nächste Geländekammer legte der Vizepräsident der SOG, Oberst im Generalstab Valentin Gerig, in seiner Grussbotschaft. Die SOG mit ihren Mitgliedern habe die Pflicht, sich in den sicherheitspolitischen Diskurs einzubringen. «Sicherheit ist eine gemeinsame Verantwortung», betonte er. Metaphorisch zeigte er dabei auf die rund 7000 Personen, welche pro Jahr in den Zivildienst wechseln, was ungefähr der Alimentierung einer Division entspricht. Zudem trage die Rüstungsindustrie einen grossen Teil zur Stabilität der Schweiz bei. «Unsere Armee benötigt eine industrielle Basis, sonst ist sie nicht überlebensfähig», bekräftigte Gerig.
Über eine solide Basis verfügt die KOG Schaffhausen schon. Rund 50 Mitglieder und Gäste fanden den Weg in den Kantonsratssaal, um im Rahmen der statutarischen Versammlung ihren Beitrag zu leisten. Unter ihnen auch die SP Nationalrätin Linda De Ventura. Illustrativ begleitet liess der Präsident Zumbühl das vergangene Jahr und die gut besuchten Anlässe revuepassieren. Dabei wurde auch den verstorbenen Mitgliedern gedacht, die sich alle über lange Zeit für die Armee interessiert und eingesetzt haben. Es waren dies Divisionär aD Hans Gall, Oberst i Gst aD Wolfgang E.F. Frei und Major aD Urs Eggmann. Erfreulicherweise konnte die KOG Schaffhausen im letzten Jahr auch 13 Neueintritte verzeichnen, was unter dem Strich einen Zuwachs bedeutete.
In seinem Rückblick unterliess es der Präsident auch nicht, auf die verschiedenen Krisenherde der Welt zu blicken. Dabei sei es vielleicht einfach Glück gewesen, dass die Schweiz bis anhin verschont wurde. Denn mit ihren 120 Datencentern und rund 200 kritischen Infrastrukturen könne die Schweiz durchaus ins Visier fremder Mächte geraten. «Unsere Knoten sind kritisch für ganz Europa», unterstrich Zumbühl. Umso wichtiger sei es, auch politisch aktiv mitzuwirken. Es war seine letzte Aufforderung an die Versammlung in seiner Funktion als Präsident. Mit einem Schwert verabschiedet, übergab er das Amt feierlich an seinen Nachfolger Hauptmann Steven Senn. In die Fussstapfen des ebenfalls zurücktretenden Kassiers Stephan Tanner wird Oberleutnant Yves Ackermann treten. Tanner wird der KOG jedoch als Revisor erhalten bleiben, als Nachfolger von Hauptmann Michael Mundt.

«Interoperabilität muss man vorbereiten»
Den Abschluss der kurzweiligen Generalversammlung machte der Gastreferent, Dr. Joachim Adler. Als Chef Verteidigungspolitik des Staatssekretariats für Sicherheitspolitik SEPOS knüpfte er nahtlos an die Ausführungen von Major im Generalstab Zumbühl an. Er ging sogar noch weiter: «Seit dem zweiten Weltkrieg war die Lage für Europa noch nie so gefährlich wie heute.» Er machte zudem klar: «Was Europa bedroht, bedroht auch die Schweiz.» Erschwerend kämen in der heutigen Zeit die verschwimmenden Grenzen zwischen Krieg und Frieden hinzu. Er gab zu bedenken, dass eine Kooperation nicht von heute auf morgen funktioniere, sondern wachsen müsse. «Interoperabilität muss man vorbereiten», meinte er. Dies sei im aktuellen politischen Klima nur bedingt möglich. Aber wer entscheidet, in welche Richtung die Politik geht? Für Adler ist diese Frage klar zu beantworten: die Menschen in der Schweiz. «Damit die Sicherheitspolitik nicht Spielball der Parteipolitik wird, braucht es Sie», forderte er die Anwesenden zum Schluss nochmals auf, die eigene Meinung an die Urne zu tragen und in Gespräche im persönlichen Umfeld einfliessen zu lassen.
Nach diesen Gedankenanstössen kam der anschliessende Apéro Riche genau richtig. Doch nebst angeregten Gesprächen über das Gehörte stand vor allem der kameradschaftliche Austausch im Vordergrund – unter anderem ebenfalls eine in den Statuten verankerte und wichtige Kompetenz der KOG Schaffhausen.

